Das Fach Latein

Das Fach Latein im Lehrplan

Der Lehrplan hebt hervor, "dass die griechisch-römische Antike ein wichtiges Fundament der europäischen Kultur ist und in vielen Bereichen bis in die Gegenwart fortwirkt.“ Zudem sind „viele Fragen und Themen, mit denen sich die Jugendlichen und jungen Erwachsenen anhand der lateinischen Texte befassen, von zeitloser Gültigkeit und betreffen ihre eigene Erfahrungswelt." Daneben wird betont, dass der Lateinunterricht den Schülern "grundlegende sprachliche und damit verbunden kognitive Fähigkeiten vermittelt, die ihnen in anderen Fächern sowie in Studium und Beruf zu Gute kommen." So können die Schüler einerseits „vor allem in den romanischen Sprachen, die sich auf der Basis des Lateinischen entwickelt haben, ihre Kenntnisse des lateinischen Wortschatzes und der Grammatik mit großem Nutzen anwenden.“ Andererseits wird auch auf die Förderung der Sprachkompetenz in der Muttersprache verwiesen, denn „die im Lateinunterricht intensiv geübte Sprach- und Textarbeit leitet sie zu einem bewussten Umgang mit ihrer eigenen Sprache an."

L A T E I N steht für

LOGIK

Latein ist eine Modellsprache und zeichnet sich durch besondere Logik und Klarheit aus. Das Erlernen des Lateinischen schult neben dem Sprachbewusstsein die Fähigkeit zur Analyse und zum Denken in Zusammenhängen. Dies sind Kompetenzen, die sich auf andere Unterrichtsfächer übertragen lassen und auch im beruflichen Werdegang gefragt sind.

AKTUALITÄT

Die Aktualität der Antike zeigt sich an modernen Filmproduktionen und Jugendbüchern, die gerne Themen aus der griechisch-römischen Historie oder Sagen- und Götterwelt aufgreifen. Oder an Büchern, die mit Verweis auf antike Persönlichkeiten Ratschläge für Manager geben. Die Schüler stellen aber auch bei der Lektüre antiker Texte fest, dass die dortigen Fragestellungen bis heute aktuell sind, wie z. B: Was bedeutet Glück? Was zeichnet Freundschaft aus? Was heißt es, Verantwortung zu übernehmen? Was macht eine Führungspersönlichkeit aus? Neben solchen Grundfragen menschlichen Zusammenlebens, welche die Urteilsfähigkeit und das Wertebewusstsein des Schülers schärfen, stehen lebensnahe Themen, die den Jugendlichen in seiner unmittelbaren Erfahrungswelt affektiv ansprechen, wie z. B. Ovids Flirt- und Kosmetiktipps. Gute Tipps aus der Antike bekommen Lateinschüler nicht zuletzt für Präsentationen, wenn sie sich mit Cicero und der Rhetorik beschäftigen.

TUGENDEN

Erfolg und Arbeitstugenden sind im Fach Latein eng miteinander verknüpft. Der Lateinunterricht trägt wesentlich zum Erlernen dieser Tugenden bei. Er erzieht den Schüler zu genauem Hinsehen sowie zu kontinuierlichem, sorgfältigem und konzentriertem Lernen. Ein solches Arbeitsverhalten kommt dem Schüler auch anderweitig zu Gute.

EUROPA

Rom ist die „Wiege“ der europäischen Kultur. Bei der Beschäftigung mit lateinischer Literatur und deren Rezeptionsgeschichte erfährt der Schüler, dass die römisch-griechische Geisteswelt die europäische Kulturentwicklung entscheidend geprägt hat und bis heute reiche Früchte trägt (z. B. Rhetorik, Recht, Philosophie, Literatur, Kunst). Dies erweitert seinen persönlichen Horizont und auf Reisen durch Europa wird er in Museen und an kulturellen Stätten den Einfluss der antiken Kultur besser erkennen und verstehen können.

INNOVATION

Innovative Unterrichtsmethoden wie Wochenpläne, „Lernen durch Lehren“ oder andere offene Unterrichtsformen werden in den bewährten klassischen Unterricht integriert und tragen zur Förderung von Schüleraktivität und eigenständigem Arbeiten bei. Mit Blick auf die Handlungsorientierung wird auch der Erlebnispädagogik Platz eingeräumt. Damit wird die Brücke zwischen Antike und Moderne gespannt.

NUTZEN

Latein ist es keine „tote“, nutzlose Sprache, sondern lebt in vielfacher Form weiter.

Bekanntlich ist Latein die „Mutter“ der sogenannten romanischen Sprachen, also des Italienischen, Französischen, Spanischen, Portugiesischen oder Rumänischen. Die Kenntnis des Lateinischen erleichtert das Erlernen dieser Sprachen wesentlich.

In Form zahlloser Fremdwörter ist Latein auch im Deutschen präsent. Der Lateinschüler kann sich diese Begriffe leicht erschließen und seinen Wortschatz damit bereichern. Im Deutschunterricht versteht er über das Lateinische grammatikalische Fachbegriffe besser.

Im Vordergrund des Lateinunterrichts steht das Übersetzen. Durch die Übersetzungsarbeit wird nicht nur das Ver­ständnis für die deutsche Grammatik gefördert, sondern auch die Ausdrucksfähigkeit in der Muttersprache verbessert.

Für eine Reihe von Studiengängen sind Lateinkenntnisse, meist in Form des „Latinums“, nach wie vor eine Voraussetzung. Das Latinum ist eine bundesweit anerkannte Qualifikation, die sich der Schüler durch den erfolgreichen Besuch des Lateinunterrichts erwirbt (nähere Informationen unter „Latinum“).